Aus Kriegsbeute wird Schenkung. Interview mit Kum’a Ndumbe III.

Zu Beginn der Kolonisierung Kameruns durch das Deutsche Reich raubte 1884 der stellvertretende Konsul, der Münchner Arzt Dr. Max Buchner, während eines Überfalls auf ein Dorf ein symbolträchtiges Kunstwerk, das Tangue, und schenkte es später dem Münchner Völkerkundemuseum. Mittlerweile ist das Tangue Teil der Afrika-Dauerausstellung des Museums.Dort findet sich kein Hinweis, wie das Tangue in den Besitz des Völkerkundemuseum gekommen ist, und auch die Rückforderung von Kum’a Ndumbe III. wird nicht erwähnt….

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"Hitlers afrikanische Opfer". Veranstaltung mit Raffael Scheck.

Datum: 02.09.2009

Ort: Kulturladen Westend

Ligsalzstraße 44 (U-Bahnhaltestelle Schwanthaler Höhe)

Eintritt 3,-/2,-

Veranstalter: Kulturladen Westend, Basis-Buchhandlung und Ökumenisches Büro für Frieden und Gerechtigkeit

Raffael Scheck hat mit seinem Buch »Hitlers afrikanische Opfer« eine wegweisende Studie zu einem bislang kaum beachteten Aspekt des Zweiten Weltkriegs vorgelegt: den Massakern der Wehrmacht an schwarzen Soldaten in Frankreich im Jahr 1940. Der in den USA lehrende Autor wird die Ergebnisse seiner Forschung vorstellen. Bisher hatte die historische Literatur der Wehrmacht für den Krieg gegen Frankreich im Allgemeinen ein korrektes Verhalten bescheinigt, das in scharfem Kontrast zur deutschen Kriegführung im Osten stehe. Aufgrund der Archivquellen, die Raffael Scheck erschlossen hat, ist dieses Bild nicht länger aufrechtzuerhalten. Die vorliegende Untersuchung belegt erstmals detailliert, dass die Wehrmacht im Mai und Juni 1940 Massaker an schwarzen Soldaten und Kriegsgefangenen verübte, die in der französischen Armee gekämpft hatten, und zeigt auf, wie weit die Nazifizierung der Truppe bereits zu diesem Zeitpunkt fortgeschritten war. Mehrere Tausend schwarze Gefangene wurden während des Feldzugs ermordet und eine unbestimmte Zahl von Schwarzen wurde erschossen, ohne Gelegenheit zu bekommen, sich zu ergeben. Oft machten die Deutschen bei der Suche nach versprengten schwarzen Soldaten keine Gefangenen. Der Autor stellt die Massaker an schwarzen Soldaten in die Kontinuitätslinie der Brutalisierung der deutschen Kriegführung seit den Kolonialkriegen gegen die Hereros und den Maji-Maji-Aufstand. Er untersucht darüber hinaus die deutsche Propaganda gegen die sog. »Schwarze Schmach« während der Rheinlandbesetzung, welche die Stationierung der Kolonialtruppen als Verbrechen und Provokation darstellte. Die Nationalsozialisten hielten die Erinnerung an diese Hetzkampagne auch nach 1933 wach. Als Rheinlandbastarde diffamierte Kinder wurden während des Dritten Reichs erfasst und sterilisiert.

Pressestimmen:

»Das Anliegen des Buches ist nicht, eine ›Konkurrenz‹ der Opfer der nationalsozialistischen Barbarei zu befördern. Sein Interesse liegt vielmehr darin, die Legende einer sauberen Wehrmacht in Frage zu stellen sowie eine Neubewertung der lang gehegten Unterscheidung zwischen einem ›schmutzigen‹ Krieg im Osten und einem angeblich anständigen Krieg im Westen vorzunehmen« (Le Monde).

»Die Stärke von Schecks Ausführungen liegt in der Einbettung militärischer Fakten in den Kontext der Genese rassistischen Denkens gegenüber Schwarzen« (konkret).

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Der Raub der Königsinsignie. Koloniale Begeisterung und Rassismus in München.

Ein Artikel von Martin W. Rühlemann [muc]

Am 18. Januar 1885 befindet sich der Münchner Arzt Dr. Max Buchner an Bord eines deutschen Bootes auf dem Kamerunfluss”. Als stellvertretender Konsul des deutschen Kaiserreichs weilt er seit Juli 1884 an der westafrikanischen Küste. Häufig fühlt er sich nicht besonders wohl, hadert mit den Bedingungen, unter denen er diesen Teil Afrikas für das Deutsche Reich in Besitz nehmen soll. An diesem Tag aber scheint es ihm gut zu gehen…

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Der "Kolonialskandal" um Carl Peters in München.

Ein Artikel von Katharina Ruhland [muc]

Erst in diesem Jahrzehnt ist die Debatte über die koloniale Vergangenheit Deutschlands richtig ins Rollen gekommen.Vor allem die Forderungen nach Umbenennung von Straßen, Umwidmungen oder der Entfernung von Denkmälern, die den deutschen Kolonialismus nach wie vor verherrlichen, haben für Aufsehen gesorgt. Die Debatten entzündeten sich häufig an der Figur Carl Peters´, standen und stehen doch in vielen deutschen Städten Peters-Denkmäler und sind weiterhin Straßen nach ihm benannt. In München wurde die Carl-Peters-Straße erst im Jahr 2000 auf Privatinitiative umbenannt. Die verschleppte Kritik am Kolonialismus könnte man bereits für einen „kolonialen Skandal“ halten, aber wenn Historiker vom „Kolonialskandal“ um Carl Peters sprechen, meinen sie etwas anderes….

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