Archive for the 'Unsere Artikelserie im Hinterland-Magazin' Category

Mythen vom Chinesen-Maier

Der brutale Krieg einer multinationalen Kolonialarmee in China 1900/01 wurde als zivilisatorische europäische und nationale Mission bejubelt. Die Vereine der Kolonialkriegsveteranen spielten noch Jahrzehnte nach Verlust der Kolonien eine wichtige Rolle für die Aufrechterhaltung sowohl militärischer Mythen als auch kolonialer Propaganda.

Von Martin W. Rühlemann [muc]

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Hinterland-Magazin: Diesseits von Afrika

Diesmal mit zwei Beiträgen von [muc]

Ein Platz an der Sonne
Deutsche Kolonien – eine vergessene Geschichte?
von Katharina Ruhland

Mapping postkolonial Positions
Spuren kolonialer Geschichte in München
von Zara Pfeiffer und Philip Zölls

Casperltheater

In der Hinterland #12 – was ist links? (nachzulesen auf www.hinterland-magazin.de) schrieb Caspar Schmidt im Artikel „Afghanistan den Afghanen“ über die seiner Meinung nach einfältige und bequeme Haltung großer Teile der „Linken“, die sich ganz im Sinne der sowjetischen Mobilisierung mit einfallsloser Imperialismuskritik und Friedensforschung begnügen, anstatt sich endlich von diesem Erbe zu befreien und so den Weg für weniger konforme und vereinfachende Betrachtungsweisen zu ebnen …

Nachdem wir den Beitrag des Debattencaspars „Afghanistan den Afghanen“ gelesen hatten, hätten wir tatsächlich gerne die vom Debattencaspar den vermeintlichen „sowjetischen Mobilisierungsopfern“ vorgeworfene Vogel-Strauss-Taktitk angewandt und unsere Köpfe in den Sand gesteckt. Aber da wir als Gruppe [muc] münchen postkolonial schon einige Artikel in der Hinterland veröffentlicht haben und eigentlich gerne weiterhin dort schreiben würden, schien uns entsetztes und kopfschüttelndes Schweigen eine denkbar schlechte Alternative. Gleichzeitig widerstrebt es uns nach wie vor, eine Auseinandersetzung mit einem Text zu führen, der uns so sehr von Arroganz und Ignoranz geprägt erscheint – für den Autor wohl provozierende Tugenden, in unseren Augen aber schlechte Ausgangsbedingungen für eine Analyse der komplexen Geschichte und Aktualität linker Positionierungen.

Wie also reagiert man auf eine alles andere als fundierte Polemik, die sich selbstgefällig als Generalabrechnung mit einer vermeintlich homogenen Linken der letzten 100 Jahre begreift? Im Folgenden werden wir einige zentrale Punkte des Textes herausgreifen und den dürftigen Argumentationslinien etwas entgegensetzen, anderes bleibt unbeachtet, auch wenn wir mit vielem Weiteren (im Debattencaspar-Text wie auch in der ganzen Hinterland-Ausgabe) nicht einverstanden sind.

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Aus Kriegsbeute wird Schenkung. Interview mit Kum'a Ndumbe III.

Zu Beginn der Kolonisierung Kameruns durch das Deutsche Reich raubte 1884 der stellvertretende Konsul, der Münchner Arzt Dr. Max Buchner, während eines Überfalls auf ein Dorf ein symbolträchtiges Kunstwerk, das Tangue, und schenkte es später dem Münchner Völkerkundemuseum. Mittlerweile ist das Tangue Teil der Afrika-Dauerausstellung des Museums.Dort findet sich kein Hinweis, wie das Tangue in den Besitz des Völkerkundemuseum gekommen ist, und auch die Rückforderung von Kum’a Ndumbe III. wird nicht erwähnt….

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Der Raub der Königsinsignie. Koloniale Begeisterung und Rassismus in München.

Ein Artikel von Martin W. Rühlemann [muc]

Am 18. Januar 1885 befindet sich der Münchner Arzt Dr. Max Buchner an Bord eines deutschen Bootes auf dem Kamerunfluss”. Als stellvertretender Konsul des deutschen Kaiserreichs weilt er seit Juli 1884 an der westafrikanischen Küste. Häufig fühlt er sich nicht besonders wohl, hadert mit den Bedingungen, unter denen er diesen Teil Afrikas für das Deutsche Reich in Besitz nehmen soll. An diesem Tag aber scheint es ihm gut zu gehen…

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Der "Kolonialskandal" um Carl Peters in München.

Ein Artikel von Katharina Ruhland [muc]

Erst in diesem Jahrzehnt ist die Debatte über die koloniale Vergangenheit Deutschlands richtig ins Rollen gekommen.Vor allem die Forderungen nach Umbenennung von Straßen, Umwidmungen oder der Entfernung von Denkmälern, die den deutschen Kolonialismus nach wie vor verherrlichen, haben für Aufsehen gesorgt. Die Debatten entzündeten sich häufig an der Figur Carl Peters´, standen und stehen doch in vielen deutschen Städten Peters-Denkmäler und sind weiterhin Straßen nach ihm benannt. In München wurde die Carl-Peters-Straße erst im Jahr 2000 auf Privatinitiative umbenannt. Die verschleppte Kritik am Kolonialismus könnte man bereits für einen „kolonialen Skandal“ halten, aber wenn Historiker vom „Kolonialskandal“ um Carl Peters sprechen, meinen sie etwas anderes….

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