Die Erforschung der Anderen – Koloniale Entdeckungsreisen und ihre fatalen Konsequenzen

Artikel von Zara Pfeiffer – erschienen im Hinterland Magazin Nr.23

Als die Münchener Forscher Martius und Spix von ihrer Reise nach Brasilien zurückkehrten, hatten sie Tiere, Pflanzen und Menschen im Gepäck. Wenn heute über die beiden Wissenschaftler berichtet wird, werden sie meist mit dem „Geist der damaligen Zeit“ entschuldigt. Die Fragen nach der Herkunft von Wissen und der Verstrickung von Wissenskomplexen und Machtverhältnissen sind nach wie vor virulent.
Auf Befehl seiner Majestät Maximilian Joseph I. von Bayern brachen am 6. Februar 1817 in München die Herren Carl Friedrich Philipp von Martius und Johann Baptist von Spix zu einer ausgedehnten Forschungsreise auf, die ihnen einigen Ruhm und wissenschaftliche Reputation einbringen sollte. Das Ziel: Amerika oder genauer: Brasilien. Für die Bayerische Akademie der Wissenschaften sollten die beiden Forscher während ihrer Reise möglichst alles, was ihnen begegnete, erfassen, vermessen, kategorisieren, katalogisieren und sammeln. Dieser Auftrag beschränkte sich nicht auf die Botanik und Zoologie (die beiden Fächer von Martius und Spix), sondern bezog sich auch auf die Mineralogie und die Physik, die Topographie und Geographie sowie auf die Menschen, die ihnen während der Reise begegnen sollten, auf deren Lebensumstände und -weisen, deren Sprache, Geschichte und Kultur.
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