Münchner Kolonialkunst. Der Bildhauer Fritz Behn

von Joachim Zeller

Fritz Behn: Löwin (Anfang 1920er Jahre). Die Bronzeplastik steht vor der Tierärztlichen Fakultät in München. (Foto: Katharina Ruhland)

Fritz Behn: Löwin (Anfang 1920er Jahre). Die Bronzeplastik steht vor der Tierärztlichen Fakultät in München. (Foto: Katharina Ruhland)

 

Gut gebrüllt, denkt sich der Betrachter beim Anblick der Löwin, die vor der Tierärztlichen Fakultät in der Veterinärstr. 13 steht. Die wuchtige Bronzeplastik stammt von dem über viele Jahrzehnte in München ansässigen Bildhauer Fritz Behn. Die bayerische Metropole beherbergt weitere Werke des Künstlers, so im Tierpark Hellabrunn, wo ebenfalls eine Löwenfigur steht. In der Städtischen Galerie im Lenbachhaus werden die Kleinplastiken eines „Afrikaners“ und eines „Massai“ gezeigt.1
Wer war dieser Künstler und was hat er mit der deutschen Kolonialgeschichte zu tun? Fritz Behn (1878 in Klein Grabow, Mecklenburg-Vorpommern – 1970 in München) gehört zu den profiliertesten deutschen Tierbildhauern des 20. Jahrhunderts.2 Schon im Alter von 31 Jahren war er vom bayerischen Prinzregenten Luitpold zum damals jüngsten Professor Bayerns ernannt worden. Die Tierwelt Afrikas stand zeitlebens im Mittelpunkt seines künstlerischen Schaffens. Auf drei ausgedehnten, in den Jahren 1907/08, 1909/10 und 1931/32 unternommenen Reisen durch Deutsch-Ostafrika (heute Tansania) und Britisch-Ostafrika (heute Kenia) studierte er ausgiebig die afrikanische Tierwelt. Weiter

 

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