Spielfilme aus Mali, Äthiopien, Senegal, Burkina Faso, Tschad und Kenia
vom 10.10. bis 5.12.2014 im KulturLaden Westend
Spielfilme aus Mali, Äthiopien, Senegal, Burkina Faso, Tschad und Kenia
vom 10.10. bis 5.12.2014 im KulturLaden Westend
Göran Hugo Olsson „Concerning Violence“ ist ein mutiger Film über die afrikanischen Befreiungsbewegungen der 60er und 70er Jahre. Neu
entdecktes Archivmaterial über die gewaltvolle Konfrontation mit den Kolonialmächten wird kombiniert mit Zitaten aus Frantz Fanons „Die
Verdammten dieser Erde“, gesprochen von Lauryn Hill. Der Film beleuchtet kunstvoll Fanons Analysen über die Folgen der Kolonialisierung Afrikas und plädiert für den Aufbau einer gerechteren Welt.
Trailer zum Film
Datum: 18.-24.9.
Zeit: 19.30 Uhr
Ort: Maxim Kino, Landshuter Allee 33, 80637 München
Kollektive Erinnerungsprozesse stehen in Wechselwirkungen mit gesellschaftlichen Selbstbildern. Für selbstkritische Erinnerungspraktiken ist eine Auseinandersetzung mit Rassismus und Antisemitismus in ihren historischen Konstellationen wie auch in ihren gegenwärtigen Ausprägungen erforderlich. Erinnerung wird dabei vielschichtig und bezieht sich auf koloniale und nationalsozialistische Geschichtszusammenhänge, die zu unterscheiden und in ihren Zusammenhängen zu verdeutlichen sind.
Vortrag von Prof. Dr. Astrid Messerschmidt
18. Februar 2014 / 19.30 Münchner Stadtmuseum – Saal
im Rahmen von DECOLONIZE MÜNCHEN
Veranstaltet von:
[muc] münchen postkolonial
mapping.postkolonial.net
Max Mannheimer Studienzentrum
Nord Süd Forum München e.V.
Pädagogisches Institut der Landeshauptstadt München
Gefördert von der Stiftung ERINNERUNG VERANTWORTUNG ZUKUNFT
Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.
Vortrag von Prof. Dr. María do Mar Castro Varela
„Ein Platz an der Sonne“ war in den 1980er Jahren der bekannte und eindrückliche Slogan der Deutschen Fernsehlotterie. Zwei wöchentliche Werbespots, unmittelbar im Anschluss an die Tagesschau im Ersten gesendet, ließen „Ein Platz an der Sonne“ zum Ohrwurm geraten. Nur wenigen war damals und ist heute bewusst, dass der Slogan seinen Ursprung im deutschen Kolonialismus hat. In einer Zeit, in der den hohen Geburtenraten mit neuen „Lebensraum“ in den afrikanischen und asiatischen Kolonien begegnet werden sollte. Es war Bernhard von Bülow, der in einer Reichstagsdebatte am 6. Dezember 1897 im Zusammenhang mit der Kolonialpolitik bemerkte: „Mit einem Worte: wir wollen niemand in den Schatten stellen, aber wir verlangen auch unseren Platz an der Sonne.“ Damit war ein Slogan in der Welt, der auch das Trikot des FC St. Pauli zierte, dessen Hauptsponsor bis zur Saison 2013/14 die Deutsche Fernsehlotterie war. Es ist dies nur eins von vielfältigen Beispielen, in denen sich die scheinbar in Vergessenheit geratene koloniale Geschichte Erinnerungsräume geschaffen hat. Die koloniale Geschichte ist wie ein Spuk im europäischen Alltag.
Im Vortrag werden Spukgeschichten vorgestellt und eine Auseinandersetzung mit (deutscher) Kolonial-geschichte vorgeschlagen, die sich nicht nur auf Erinnerungspolitiken begrenzen lässt.
27. Januar 2014 / 19.30 Uhr / Seidlvilla / Nikolaiplatz 1 / 80802 München / Eintritt frei
Im Rahmen von DECOLONIZE MÜNCHEN. Eine Ausstellung im Münchner Stadtmuseum vom 25.10.2013 – 23.02.2014
Veranstaltet von [muc] münchen postkolonial / mapping.postkolonial.net / Nord Süd Forum München e.V.
Gefördert von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung, Zukunft
Im Rahmen der Ausstellung DECOLONIZE MÜNCHEN bieten wir einige Rundgänge durch das Truderinger „Kolonialviertel“ an und würden uns über Ihre/Eure rege Teilnahme freuen.
Nächster Termin ist Samstag, 9.11. um 12 Uhr.
Rundgangsgebühr: 10 € bzw. 5 € (ermäßigt).
Anmeldung und weitere Infos unter:
muc[AT]postkolonial.net
Wie hat sich der Kolonialismus in das Münchner Stadtbild eingeschrieben? Welche Kolonisierungseffekte sind heute noch in München sichtbar? Wo gibt es Leerstellen? An welchen Orten der Stadt verdichten sich postkoloniale Auseinandersetzungen? Wie gehen wir mit den Spuren der kolonialen Vergangenheit in unserer Stadt um? Was bedeutet dekolonisieren heute?
DECOLONIZE MÜNCHEN
freedom roads! | Spuren Blicke Stören | George Adéagbo
Ausstellung im Münchner Stadtmuseum vom 25.10.2013 bis 23.02.2014
Europas Stadtlandschaften sind geprägt von Spuren des Kolonialismus. Straßennamen erinnern bis heute an einst beanspruchte Gebiete, noch immer werden koloniale Akteure geehrt. Doch in den letzten Jahren engagieren sich mehr und mehr lokale Initiativen für eine kritische Auseinandersetzung mit diesen Hinterlassenschaften. Auch in München wird seit Jahren debattiert. Dies nimmt das Münchner Stadtmuseum zum Anlass, aus neuen Perspektiven auf Münchens koloniale Geschichte und Gegenwart zu blicken.
Initiiert von einem breiten gesellschaftlichen Bündnis werden unter dem Titel DECOLONIZE MÜNCHEN drei Ausstellungsmodule gezeigt:
In Kooperation mit:
ADEFRA e.V., afrika-hamburg.de, Arbeitskreis Panafrikanismus, Berlin Postkolonial e.V., Initiative Schwarze Menschen in Deutschland e.V., [muc] münchen postkolonial, mapping.postkolonial.net, Nord Süd Forum München e.V., Ökumenisches Büro für Frieden und Gerechtigkeit e.V.
Städtische Kooperationspartner
Münchner Stadtmuseum, Kulturreferat der LH, AMIGRA – Antidiskriminierungsstelle für Menschen mit Migrationshintergrund der LH München, Pädagogisches Institut der LH
DECOLONIZE MÜNCHEN Pressemitteilung
DECOLONIZE MÜNCHEN Programmheft
Artikel von Zara Pfeiffer – erschienen im Hinterland Magazin Nr.23
Artikel von Eva Bahl – erschienen im Infoblatt 81 – Zeitschrift für internationalistische und emanzipatorische Perspektiven und so
(eb) Ein Besuch in der Dauerausstellung des Münchner Stadtmuseums „Typisch München“: Neben dem „angeblichen Schlüsselbein Heinrichs des Löwen“ und „Waldi“, dem Olympiamaskottchen von 1972 hängt da in der Abteilung, in der das München des 19. Jahrhunderts repräsentiert wird, ein Bronzerelief. Es hängt dort, weil es ein frühes Werk des bedeutenden Erzgießers Johann Baptist Stiglmaier war. Auf der begleitenden Ausstellungstafel wird aber noch eine weitere Geschichte erzählt, die sicherlich eher selten als „typisch München“ betrachtet wird – die Geschichte der „Indianerkinder Juri und Miranha“, deren Grab das Relief einmal geschmückt hat.
Foto: Zara Pfeiffer
Continue reading
Gemeinsame Pressemitteilung
Zivilgesellschaftliche Organisationen und Initiativen fordern eine verantwortungsvolle Entkolonialisierung der Münchner Straßennamen
Download Pressemitteilung als pdf
Am 26. März 2012 hatte die Vollversammlung des Münchner Ausländerbeirates einstimmig eine Aufforderung an den Münchner Stadtrat beschlossen, die deutsche Kolonialgeschichte, die auch in München ihre Spuren hinterlassen hat, aufzuarbeiten und die kolonialen Straßennamen in den Stadtbezirken 13 und 15 umzubenennen. Weit über ein Jahr hat sich der Münchner Stadtrat Zeit gelassen, diesen einstimmigen Beschluss des Ausländerbeirates zu behandeln. Das Ergebnis: Geht es nach dem Willen der Mehrheit des Kommunalausschusses (nur die Partei „Die Linke“ stimmte für den Antrag des Ausländerbeirates) soll es in München auch zukünftig Straßennamen geben, die erklärte Kolonialverbrecher und koloniale Massenmörder ehren: u.a. die Dominikstraße (benannt nach Hans Dominik, der als Kolonialmajor verantwortlich war für brutale Unterdrückungsmaßnahmen und Hinrichtungen in der damaligen deutschen Kolonie Kamerun) und die Von-Gravenreuth-Straße (benannt nach Karl von Gravenreuth, der an der brutalen Niederschlagung von Befreiungskämpfen in den damaligen deutschen Kolonien Ost-Afrika und Kamerun beteiligt war).
Wir kritisieren diese kurzsichtige Entscheidung, die aus unserer Sicht ein fatales politisches Signal darstellt. Straßennamen sind die höchste Ehrung, die eine Stadt zu vergeben hat. Koloniale Verbrecher dürfen in einer Stadt, die sich als weltoffen versteht, nicht weiter geehrt werden!
Dass die Frage der Benennung von Straßen nach Kolonialverbrechern und Orten kolonialer Verbrechen nicht nur eine lokale, München spezifische ist, wurde 2010 in einer bundesweiten Resolution an die Städte und Gemeinden deutlich, die vom Deutschen Städtetag als Empfehlung an die Mitglieder weitergeleitet wurde. Zahlreiche Initiativen, Vereine und Einzelpersonen forderten u.a. die kritische Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte, die Umbenennung von Straßennamen, die Kolonialakteure ehren und die Sichtbarmachung der Gründe für die Straßenumbenennungen und des historischen Kontextes im Stadtraum. Diese Forderungen machen deutlich, dass es bei der Umbenennung kolonialer Straßennamen keinesfalls darum geht, Geschichte unsichtbar zu machen, wie es oft von den Gegner_innen der Umbenennung unterstellt wird. Vielmehr geht es darum, die Geschichte aufzuarbeiten und eine ebenso überfällige wie notwendige gesellschaftliche Debatte über die deutsche Kolonialgeschichte und ihre Auswirkungen bis in die Gegenwart zu führen. Wir erwarten von der Stadt München und dem Münchner Stadtrat, diesen notwendigen Schritt zu tun und sich dieser Auseinandersetzung zu stellen.
Wir laden Sie deshalb ein zu unserer Pressekonferenz:
Donnerstag, den 25. Juli 2013 / 11 Uhr
Bayerischer Flüchtlingsrat
Augsburgerstraße 13
80337 München
Teilnehmer_innen der Pressekonferenz:
Hamado Dipama (Arbeitskreis Panafrikanismus e.V.), Tahir Della (Initiative Schwarze Menschen in Deutschland e.V.), Paul Mayonga (Afrikanischer Ältestenrat München e.V.), Johanna Donner (Nord Süd Forum München e.V.), Eva Bahl ([muc] münchen postkolonial)
Unterzeichner_innen der Presserklärung:
Arbeitskreis Panafrikanismus e.V.
Afrikanischer Ältesten Rat München e.V.
AfricAvenir International e.V.
Initiative Schwarze Menschen in Deutschland – ISD Bund e.V.
Zentralrat der afrikanischen Gemeinde in Deutschland e.V.
[muc] münchen postkolonial
mapping.postkolonial.net
Bayerischer Flüchtlingsrat
Nord Süd Forum München e.V.
IG – Initiativ Gruppe e.V.
ADEFRA e.V.
Ökumenisches Büro für Frieden und Gerechtigkeit e.V.
Siegfried Benker, Grüne, ehemaliger Stadtrat
freedom roads! koloniale straßennamen • postkoloniale erinnerungskultur
afrika-hamburg.de
freiburg postkolonial / Heiko Wegmann
Verband binationaler Familien und Partnerschaften, iaf e.V.
Arbeitskreis HAMBURG POSTKOLONIAL
Berlin Postkolonial e.V.
Weiterführende Informationen