Podiumsdiskussion: Koloniale Straßennamen – wie lange noch?

Der Streit um die kolonialen Straßennamen in München geht in eine neue Runde…Der Ausländerbeirat, das NordSüdForum u.a. laden am 25.9. zu einer Podiumsdiskussion ins Rathaus ein:

In den Münchner Stadtvierteln Bogenhausen und Trudering-Riem gibt es mehrere Straßen, die nach Schauplätzen und Offizieren der deutschen Kolonialzeit  benannt wurden. Die Forderung nach ihrer Umbenennung stößt auf unterschiedlichste Reaktionen und ist Auslöser einer heftigen politischen Debatte, die nach einigen Jahren zur Umbenennung einer Straße und dem Anbringen von Erläuterungstafeln an Straßenschildern geführt hat. Nun fordert der Ausländerbeirat die Umbenennung weiterer Straßen und entfacht die Diskussion damit erneut. Die Podiumsveranstaltung soll den offenen Dialog zwischen Gegnern und Befürwortern der Namensänderung fördern und in die Öffentlichkeit tragen. Continue reading

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Straßen des kolonialen Terrors

Am 26. März 2012 beschloss der Ausländerbeirat München einstimmig einen Antrag auf Umbenennung von einem Dutzend Straßen in den Stadtbezirken Bogenhausen und Trudering-Riem. Vor allem in diesen Stadtteilen finden sich etliche von mehr als dreißig Straßen in München, deren Namen
an koloniale Akteure, kolonialen „Besitz“ oder koloniale Massaker erinnern. Einzig die Von-Trotha-Straße wurde 2006 gegen den Widerstand der Anwohnerinnen und Anwohner in Hererostraße umbenannt. Ihr ehemaliger Namensgeber Lothar von Trotha hatte den Vernichtungskrieg der deutschen „Schutztruppe“ gegen die Herero und Nama im heutigen Namibia (1904-1908) angeführt. Weitere Straßen erhielten lediglich Erklärungstafeln. Als „nicht ausreichend“ bezeichnet der Ausländerbeirat in seinem Beschluss diese Erläuterungen und spricht sich deutlich gegen die Ehrung von Personen aus, die „mit brutaler rassistischer Ideologie verbunden“ [sind]. Innerhalb der nächsten
drei Monate muss der Münchner Stadtrat nun diesen Antrag behandeln. „Wir gehen davon aus, dass der jetzige Stadtrat unseres weltoffenen Münchens sich von den Taten und Symbolen ihrer Vorgänger der 30er und 40er Jahre distanziert und bereit ist, einige damalige Irrtümer zu korrigieren“, so Hamado  Dipama vom Arbeitskreis Panafrikanismus München. Er fügt hinzu, dass man die Namen kolonialer Gräueltäter in den Geschichts- und Schulbüchern deutlicher darstellen sollte, um die Vergangenheit nicht zu vergessen, anstatt sie mit Straßennamen zu würdigen. Die Straßen sollten besser
umbenannt werden nach Opfern rassistischer Gewalt in Deutschland.

Der ganze Artikel als pdf.

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Umbenennung von Straßen in München

Pressemitteilung des AK Panafrikanismus vom 27. März 2012:
Umbenennung von Straßen in München bzw. Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte.

Der Arbeitskreis Panafrikanismus München begrüßt ausdrücklich den Beschluss des Ausländerbeirats München zur Straßenumbenennung und fordert die Verantwortlichen der Stadt München auf, diesen Beschluss ernsthaft zu behandeln und umzusetzen. Mit Anwesenheit von Vertreterinnen und Vertretern der afrikanischen Gemeinde in München hat der Ausländerbeirat der LH gestern, am 26. März 2012, im Münchner Rathaus während seiner Vollversammlung u.a. einen Antrag zur Straßenumbenennung im sog. Münchner Kolonialviertel einstimmig beschlossen. Continue reading

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RESOLUTION: Völkermord verjährt nicht!

Aufruf an die Mitglieder des Deutschen Bundestages zur Anerkennung und Wiedergutmachung des Völkermordes in der ehemaligen Kolonie „Deutsch-Südwestafrika“, der heutigen Republik Namibia

Wir – die unterzeichnenden Schwarzen und weißen Initiativen, Organisationen und Institutionen der Zivilgesellschaft – begrüßen das mit der Namibia-Reise des Afrikabeauftragten des Auswärtigen Amtes Anfang Februar 2012 verbundene Einlenken der Deutschen Bundesregierung und die dabei erfolgte Aufnahme von direkten Gesprächen mit Verbänden der Opfer des deutschen Völkermordes von 1904-08. Wir betrachten diese überfällige Bereitschaft zum Dialog mit den Vertretungen der unmittelbar betroffenen Völker als einen ersten unverzichtbaren Schritt auf dem Weg zur Versöhnung zwischen den Menschen in Namibia und Deutschland.
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Bezirksausschuss von Trudering lehnt Zuschuss ab – Kein Nachdruck der Broschüre »Münchens Kolonialviertel«

Der Bezirksausschuss Trudering-Riem (BA 15) hat mit „interessanten“ Argumenten einen Antrag des Nord Süd Forum München e.V. für die Finanzierung des Nachdrucks der Broschüre zu Münchens Kolonialvierteln abgelehnt.

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Mythen vom Chinesen-Maier

Der brutale Krieg einer multinationalen Kolonialarmee in China 1900/01 wurde als zivilisatorische europäische und nationale Mission bejubelt. Die Vereine der Kolonialkriegsveteranen spielten noch Jahrzehnte nach Verlust der Kolonien eine wichtige Rolle für die Aufrechterhaltung sowohl militärischer Mythen als auch kolonialer Propaganda.

Von Martin W. Rühlemann [muc]

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Sperrengeschoß Kolumbusplatz

Kurzfilme zu postkolonialen Verhältnissen

Sperrengeschoß Kolumbusplatz: Filme zu Postkolonialen Verhältnissen

Flyer als pdf

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Postkolonialer Stadtplan von München

Wir haben in Kooperation mit dem Grafiker Matthias Weinzierl, der Zeitschrift Hinterland und dem oeku-buero einen postkolonialen Stadtplan von München erstellt. Das Poster (mit einer chicen „Afrika Afrika“-Parodie auf der Rückseite) kann für 2€/Stadtplan + Portokosten bei uns (muc [at] postkolonial.net) bestellt werden.
ausgehängt im Sperrengeschoß Kolumbusplatz

hier hängt er während einer Veranstaltung im Sperrengeschoß am Kolumbusplatz

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Münchner Kolonialkunst. Der Bildhauer Fritz Behn

von Joachim Zeller

Fritz Behn: Löwin (Anfang 1920er Jahre). Die Bronzeplastik steht vor der Tierärztlichen Fakultät in München. (Foto: Katharina Ruhland)

Fritz Behn: Löwin (Anfang 1920er Jahre). Die Bronzeplastik steht vor der Tierärztlichen Fakultät in München. (Foto: Katharina Ruhland)

 

Gut gebrüllt, denkt sich der Betrachter beim Anblick der Löwin, die vor der Tierärztlichen Fakultät in der Veterinärstr. 13 steht. Die wuchtige Bronzeplastik stammt von dem über viele Jahrzehnte in München ansässigen Bildhauer Fritz Behn. Die bayerische Metropole beherbergt weitere Werke des Künstlers, so im Tierpark Hellabrunn, wo ebenfalls eine Löwenfigur steht. In der Städtischen Galerie im Lenbachhaus werden die Kleinplastiken eines „Afrikaners“ und eines „Massai“ gezeigt.1
Wer war dieser Künstler und was hat er mit der deutschen Kolonialgeschichte zu tun? Fritz Behn (1878 in Klein Grabow, Mecklenburg-Vorpommern – 1970 in München) gehört zu den profiliertesten deutschen Tierbildhauern des 20. Jahrhunderts.2 Schon im Alter von 31 Jahren war er vom bayerischen Prinzregenten Luitpold zum damals jüngsten Professor Bayerns ernannt worden. Die Tierwelt Afrikas stand zeitlebens im Mittelpunkt seines künstlerischen Schaffens. Auf drei ausgedehnten, in den Jahren 1907/08, 1909/10 und 1931/32 unternommenen Reisen durch Deutsch-Ostafrika (heute Tansania) und Britisch-Ostafrika (heute Kenia) studierte er ausgiebig die afrikanische Tierwelt. Weiter

 

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Hinterland-Magazin: Diesseits von Afrika

Diesmal mit zwei Beiträgen von [muc]

Ein Platz an der Sonne
Deutsche Kolonien – eine vergessene Geschichte?
von Katharina Ruhland

Mapping postkolonial Positions
Spuren kolonialer Geschichte in München
von Zara Pfeiffer und Philip Zölls

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